Friseursalon Margarete Kölbl
Schustergasse 12 | 83512 Wasserburg am Inn | 08071 / 8626

Unsere Geschichte


Die Geschichte des Friseursalons Margarete Kölbl beginnt mit folgender Vorgeschichte: In einer Annonce im Wasserburger Anzeiger vom 5. Oktober 1892 war zu lesen: "Nachdem ich meinem Gehilfen wegen häuslicher Zwistigkeiten gekündigt habe, derselbe aber aus Hass meinen werthen Kundschaften vorschwindelte, ich gäbe mein Geschäft auf, was aber nicht der Fall ist, bitte ich meinen verehrlichen Herrn Kunden, mich ferner empfohlen sein zu lassen, indem ich einen ganz verlässigen Geschäftsführer erhalten habe. Mit vollster Hochachtung Anna Krämer, approb. Baders-Witwe."

Von dieser approbierten Baderswitwe kauften Georg und Juliane Millauer, die Großeltern von Christl Postler, beziehungsweise die Urgroßeltern von Magarete Kölbl, im Jahre 1896 das Anwesen Nummer 50 in Wasserburg. Straßennamen gab es in der damaligen Urkunde noch nicht. Mit einer eignen Urkunde des Sradtmagistrats wurde dem Ehepaar Millauer das Heimat- und Bürgerrecht der Stadt Wasserburg verliehen.

Mit eingeschlossen im Hauskauf war der Baderbetrieb mit Inventar. Die im Inventarverzeichnis aufgeführte Handmangel versah 100 Jahre zuverlässig ihren Dienst und steht heute im Heimatmuseum. Juliane Millauer stellte nach dem frühen Tod ihres Mannes einen Wandergesellen namens Karl Vogt ein und heiratete ihn später. Zu den Tätigkeiten eines approbierten Baders gehörte bis kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs das Wundversorgen, Zahnreißen, Blutegel- und Schröpfkopfsetzen und der Aderlass. Für dringende Fälle gab es eine Nachtglocke.

Im Jahre 1929 eröffnete Carla Meyer, die Großtante von Margarete Kölbl, in dem bestehenden Herrenfriseurgeschäft einen Damensalon. Erst drei Jahre später wurde der erste Dauerwelle-Apparat installiert, der von den Kundinnen allerdings Halsfestigkeit verlangte: Ihr Eröffnungsangebot: "Pariser Locken" mit dem Onduliereisen. War doch jeder einzelne eiserne Lockenwickler mit einer eigenen Stromzuteilung verbunden.

Das Geschäft bestand jetzt aus dem Badersbetrieb, dem Damen- und Herrensalon, und auch ein eigens patentiertes Kletten- und Brennessel-Haarwasser wurde hergestellt und vertrieben.Ein Aufdruck auf den Flaschenetiketten garantierte den Erflog nach Anwendung von ein bis zwei Flaschen zu zwei Mark. Auch Tabakwaren wurden früher in dem Geschäft verkauft. Bis in die 50er Jahre waren Männer und Frauen noch strenggetrennt: Im Erdgeschoss, auf einer langen Bank wartend und Witze erzählend, die Männer, im ersten Stock die Frauen. Heute sitzen beide einträchtig nebeneinander.

Zum 01.01.2015 übergab Christl Postler, nach über 63 Jahren im Friseurhandwerk, den kleinen, aber feinen Salon mit orginaler 50er Jahre Möblierung an ihre Nichte Margarete Kölbl. Nach einem Volotariat in München und einigen Gesellenjahren, machte sie 1985 die Meisterprüfung und führt nun den Familienbetrieb in gewohnter Qualität und Kundennähe weiter.